Kosmetiktasche nähen mit Guckloch – DIY mit besonderem Detail
Für eine liebe Freundin habe ich heute ein kleines Kosmetiktäschchen genäht. Wie schon mehrfach habe ich mich dabei für ein Schnittmuster mit „Guckloch“ von creaResa entschieden. Diese besondere Applikation ist ein wunderschöner Blickfang und wertet selbst schlichte Nähprojekte im Handumdrehen auf.
Was ist eine Negativapplikation?
Bei einer Negativapplikation – auch „Guckloch-Applikation“ genannt – wird ein Bereich in der Fläche mit einem Stoff verstürzt und unter das entstandene Loch ein Kontrast- oder Motivstoff genäht. Dadurch entsteht ein spannender Tiefeneffekt- ähnlich einem Passepartout.
Eine ausführliche Anleitung dazu findet Ihr hier:
Anleitung bei creaResa
Perfekte Kreise nähen leicht gemacht
Da ich besonders gern runde Gucklöcher nähe, habe ich bei diesem Projekt einen Kreisstickapparat # 83 verwendet. Dieses praktische Hilfsmittel macht das Nähen gleichmäßiger Kreise erstaunlich einfach.
Der kleine Dorn fixiert den Stoff im Mittelpunkt und sorgt dafür, dass die Maschine sauber ihre Runde drehen kann.
Befestigt wird der Apparat ganz unkompliziert mit einer Schraube an der Nähmaschine.
Zunächst markiert man den Mittelpunkt des Kreises.
Dann werden die Stofflagen vorsichtig auf den Dorn gesteckt. Durch Verschieben der Vorrichtung lässt sich der gewünschte Radius einstellen.
Dank des Volumenvlieses ist kein zusätzlicher Stickrahmen nötig – die Lagen sind stabil genug.
Und schon näht die Maschine fast wie von selbst einen perfekten Kreis.
Schritt für Schritt zum Guckloch
Zum Verstürzen wird das Innere des Kreises bis auf eine schmale Nahtzugabe zurückgeschnitten und vorsichtig eingeschnitten.
Anschließend wird der Stoff nach innen gewendet.
Jetzt die Kante sorgfältig bügeln – das sorgt für ein besonders sauberes Ergebnis.
Nun wird der Stoff für die Applikation untergelegt. Ich habe einen leichten Baumwollstoff verwendet und ihn mit zusätzlichem Volumenvlies verstärkt, damit er die gleiche Stärke wie der Außenstoff hat.
Schöne Ziernähte als Highlight
Für die Steppnähte habe ich eine Topstitchnadel eingesetzt. Damit lassen sich zwei Oberfäden einfädeln – perfekt für eine dekorative Naht, die das Guckloch zusätzlich betont.
Mehr Tipps für saubere Steppnähte findet Ihr übrigens in meinem Beitrag „Mit jedem Stich ein Treffer“ .
Kurz habe ich überlegt, auch hier wieder den Kreisstickapparat einzusetzen – aber so nah an der Kante schien mir das nicht gelingsicher und ich ging lieber auf Nummer sicher und steppte klassisch mit dem Klarsichtfuss..
Die Tasche fertigstellen
Nachdem das Guckloch fertig war, ging es an die Vollendung der Kosmetiktasche. Auch hier kamen wieder praktische Helfer zum Einsatz – zum Beispiel eine Auffädelhilfe für den Zipper.
Oder mein „Zauberstreifen“ für exakt gleichmäßige Nähte an der oberen Kante.
Tadaaa – fertig ist die kleine Kosmetiktasche!
Kleines Extra: Plot als Hingucker
Ganz fertig war ich aber noch nicht: Das Guckloch sollte zusätzlich verziert werden – mit einem Dalapferd aus schwarzer Flockfolie.
Die klare Scherenschnitt-Optik passt wunderbar und setzt den Stoff im Inneren noch einmal richtig in Szene.
Fazit Negativapplikation
Diese Technik ist einfach umzusetzen und sorgt für einen tollen Effekt. Besonders runde Formen gelingen mit dem Kreisstickapparat schnell und sauber – ganz ohne aufwendiges Anzeichnen.
Mich hat das Projekt auf jeden Fall wieder inspiriert – und ich habe direkt Lust bekommen, weitere Stoffkombinationen auszuprobieren.
Ich hoffe, ich konnte Euch ein bisschen inspirieren, selbst einmal eine Negativapplikaton auszuprobieren. Ich wünsche Euch ganz viel Freude beim Nähen und freue mich natürlich, wenn Ihr Eure Version dieser besonderen Verzierung zeigt!
Liebe Grüße aus dem Nähzimmer
Euer Schneiderherz Ute




















